Liquiditätssteuerung und Forderungsmanagement gehören ursächlich zusammen!

Unter Liquiditätssteuerung ist die konkrete Aktion zu verstehen, die Entwicklung auf den Firmenkonten transparent zu machen, d.h. die zu erwartenden Geldein- und –ausgänge planerisch offen zu legen.

Sieht man von Lastschriftseinzügen ab, so gibt es bei den Ausgaben gewisse Einflussmöglichkeiten  der Steuerung. Problematischer sieht es hingegen bei den Geldeingängen aus. Nicht immer halten sich die Kunden mit dem Bezahlen von Rechnungen an die vorgegebenen Zahlungstermine. Sofern hier nicht eine gewisse Regelmäßigkeit vorhanden ist, muss das Forderungsmanagement optimiert werden. Hierzu ist jedoch erforderlich, dass  jederzeit die offenen Kundenforderungen spezifiziert werden können. Fälligkeitslisten, Gesamtkundenobligo, eigene Kreditlinien für die Kunden sind zu bestimmen.

Rechtzeitige, d.h. kurzfristige Mahnstufen sollten praktiziert werden. Alle Erfahrungen zeigen, dass säumige Zahler für viele Unternehmen letztlich eine nicht zu unterschätzende Insolvenzursache bedeuten. Hier kommt der Begriff des ordentlichen Kaufmanns ins Spiel, da nur bei geordneten Zahlungsströmen unser gesamtwirtschaftliches Gefüge funktioniert.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass säumige Zahler die Gesamtwirtschaft stören und eigentlich „unberechtigt“ am Wirtschaftsverkehr teilnehmen. Die richtige Konsequenz wäre, sich von solchen Kunden zu trennen.

Doch in der Praxis sieht die Argumentation anders aus: Es besteht landläufig die Ansicht, dass solche Kunden weiter bedient werden müssen, sonst zahlen sie überhaupt nicht. Die Folge ist, dass die Forderungen gegen dieses Kundensegment zunehmen. Damit steigen auch die Ausfallrisiken, die auf den Lieferanten zukommen. Dies wiederum führt bei den Banken zu äußerster Zurückhaltung, da die Durchsetzbarkeit dieser Forderungen in Zweifel gezogen wird. Das Dilemma ist somit vorprogrammiert.